Die Geschichte der Königinnenzucht im Verein..

(Ein Kommentar von Wilhelm Bogdanowicz)


Wenn ihr glaubt, die Zucht an den Bienen ist eine Errungenschaft der heutigen Zeit, so irrt ihr stark. Jahrhunderte haben sich Imker mit der Zucht beschäftigt.
 So haben die Zeitler in Nürnberg oder die Heidjer in der Lüneburger Heide schon durch die Zucht versucht,
 den Honigertrag zu steigern. 
Wenn ich bedenke, dass ich 1958 10 kg Honig von einen Volk geerntet - und ich damit noch angegeben habe – so ist doch durch die jahrelange Zucht und Auslese der Ertrag um das 6-fache gestiegen.

Ob der Imker mit der Kaukasia, der Italiener, der Carnica oder der Buckfast verheiratet ist, ist ganz egal; Hauptsache, er kann mit diesen Bienen leben.
Als nach dem 2. Weltkrieg die Flüchtlinge nach Niedersachsen kamen, so brachten einige Imker auch Bienen mit.
 Dadurch wurde der Grundstock für die Carnica-Zucht -Stamm Sklenar- in Wolfenbüttel und Umgebung gelegt.
Unsere Vorreiter, wie Otto Hackenberg, Hans Gückel, Alfred Klingenberg oder Erich Ehlers haben die sanftmütige, leistungsstarke Biene hier in Wolfenbüttel bekannt gemacht. Wenn wir Imker von Zucht sprechen, so meinen wir eigentlich nur die Aufzucht von Königinnen.
Man müsste hierbei eigentlich von Vermehrung sprechen. Jeder Imker möchte leistungsstarke, sanftmütige und schwarmträge Bienen haben. Dies kann er durch die Zucht erreichen, denn das ist ja das Ziel der Zucht.

Aller Anfang ist schwer!

Wichtig ist es, dass man eine reinrassige Bienenkönigin bekommt. Hier sollten nur vertrauenswürdige Reinzüchter konsultiert werden. Wenn man dann so eine reinrassige Königin hat, kann mit der Zucht begonnen werden. Wenn die Königinnen geschlüpft sind, müssen diese zu einer reinrassigen Belegstelle geschickt werden. Meistens sind das die Belegstellen auf den Inseln. Unsere Belegstellen für den Stamm Sklenar sind auf Juist, Borkum und Hamburger Hallig. Auf dem eigenen Bienenstand würde eine Reinpaarung nicht stattfinden können, da es kein in sich abgeschlossenes Biotop mit einer Linie der ausgewählten Linie von Drohnen ist und fremde "Bastard-Drohnen" bis zu 10 km weit fliegen und die Königinnen unkontrolliert begatten. Es ist natürlich mit mehr Arbeit verbunden, aber an diesen ruhigen Bienenvölkern zu arbeiten, ist ein wahrer Genuss.
Wer solche Bienen züchten möchte, sollte sich dem Züchterring Lammetal anschließen.

Ansprechpartner sind:
Herr Torsten Wischniewski und Herr Achim Hanisch, Imkerverein Wolfenbüttel.

Viel Freude bei der Zuchtarbeit wünscht ihr
Wilhelm Bogdanowicz


..und die Gegenwart


Nach dem unser langjähriger Züchter B. im Jahr 2017 seine Imkerei  aufgegeben musste, hat sich unser Willi aber noch lange nicht zur Ruhe gesetzt: All sein Wissen und Können hat Willi B. an unsere Vereinsmitglieder Torsten Wischniewski und Joachim Hanisch weitergereicht. Seit fast zwei Jahren stand und steht er als Mentor zur Seite.

 Im Oktober 2018 erwarben beide
 endlich ihre Züchternummer beim Landesverband. 

Im Jahr 2019 hat das Trio nun das Grundgerüst für eine erfolgreiche Zucht gelegt:
 Im Juli wurde mit dem ersten Zuchtrahmen begonnen. Die geschlüpften Königinnen kamen  auf die Insel Juist zur Begattung. Mit einem 100%igen Begattungserfolg sind sie wieder zurückgekehrt.

Torsten arbeitet schon einige Jahre mit Carnica 47 G 10 und hat sehr gute Erfahrung mit dieser Linie gemacht.

Für die kommenden Jahresind für unseren Verein
 Umlarvtage in Planung


Unsere Züchter

Züchter im Anerkennungsverfahren:
Achim Hanisch (links im Bild)
Torsten Wischniewski (rechts im Bild)

Zuchtmentor: Willi Bogdanowicz (Bild in der Mitte)